Unterricht

In einer sich ständig und in schnellem Tempo entwickelnden Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten auch der Auftrag der Schule geändert. Es geht nicht mehr in erster Linie nur darum, den Kindern möglichst viel abrufbares Wissen mitzugeben. Auch die Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten steht im Zentrum. Diese ermöglichen den Lernenden, sich Kenntnisse selbständig anzueignen, für sich zu nutzen und sich so in der Welt zu orientieren und ihren Weg zu finden.
Der in der Erarbeitungsphase stehende Lehrplan 21 wird sich noch stärker als der Lehrplan 95 an den oben genannten Kompetenzen orientieren.
Die Sekundarstufe 1 vermittelt den Schülerinnen und Schülern eine niveauspezifische Ausbildung (Modell 3a Manuel gemäss Bildungsstrategie), die ihnen den Eintritt in eine berufliche Grundbildung oder in eine weiterführende Schule ermöglicht. Sie fördert ihre Handlungsfähigkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein. Die Jugendlichen sollen in ihrer Fähigkeit gefördert werden, sich selbstständig denkend und handelnd im öffentlichen und privaten Leben zurechtzufinden und dieses mitzugestalten. Dabei unterstützt die Schule die Jugendlichen in ihrer persönlichen und kulturellen Selbstfindung und bereitet sie auf das Erwerbs-, Alltags- sowie auf das Zusammenleben im privaten Bereich vor.

Pädagogische Grundlagen

Das Modell der Oberstufe Schüpfen ermöglicht mit 6 nach Schuljahren gegliederten Stammgruppen die Führung des Modells 3a Manuel. Damit kann im Niveauunterricht die stufengerechte Förderung von einseitigen Begabungen, die Durchlässigkeit für SchülerInnen mit Entwicklungsschwankungen, aber auch das Erarbeiten und Vertiefen solider Grundlagen durch angepasste Intensität beibehalten werden.
Die mehrheitlich horizontale Organisationsform erleichtert auch das Umsetzen der verschiedenen Laufbahnetappen (z.B. Mittelschulen; Schnupperlehren, Berufswahlwoche, Berufswahlentscheide). Es werden alters- und laufbahnspezifische Lernschwerpunkte gesetzt, den vielfältigen Anforderungen der verschiedenen Schullaufbahnen und Selektionszeitpunkten entsprechend.
Zusätzlich bereitet sie die Schülerinnen und Schüler auf die ausschliesslich horizontale Organisationsform der Sekundarstufe II vor.
Die über 3 Jahre grösstenteils unverändert bestehende Stammgruppe gibt als soziales Gefüge den Schülerinnen und Schülern Rückhalt, die Sozialkompetenz wird durch die gemeinsame Herausforderung gestärkt. Gegenseitige Hilfestellungen (Lernen durch Lehren, kooperative Lernformen) helfen bei Selektion und Laufbahnentscheiden den Leistungsdruck auszuhalten und abzubauen. Gemeinschaftsbildende Wegmarken (Lager- und Projektwochen, musikalische Gestaltung in Gottesdiensten und Konfirmationen, Abschlusstheater usw.) stärken den Zusammenhalt zusätzlich.
In stufen-, alters- und niveauübergreifender Atelier- und Projektarbeit können individualisierende Lernformen wie selbst gesteuertes, selbst verantwortetes Lernen, kooperatives Lernen usw. vertieft und ausgebaut werden.

Bildungsziele

In der Sekundarstufe 1 sind die Bildungsziele für Mathematik und Sprachen in Jahreslehrpläne gegliedert. Durch das System 3a Manuel können die Schülerinnen und Schüler nach ihren Stärken und Schwächen in niveauspezifischem Unterricht gefördert und auf weiterführende Schulen vorbereitet werden. In Ateliersequenzen ist es vermehrt möglich, an eigenen (z.B. erweiterten oder reduzierten) Lernzielen zu arbeiten und in Kooperation mit anderen Schülerinnen und Schülern selbstgesteuert zu lernen.
Durch eine stärkere Gewichtung von Projektarbeiten in den Ateliersequenzen können vermehrt fächerübergreifende Lernziele im Bereich NMM in grösseren selbständigen Arbeiten behandelt werden. Dabei kann an verschiedenen Fähigkeiten und Fertigkeiten gemäss Lehrplan gearbeitet werden, wie zusammenarbeiten, selbständig arbeiten, erproben, befragen, analysieren, sammeln, ordnen usw.

Organisation

Grundsätzlich erfolgt der Unterricht in den 6 Stammgruppen, Niveauwechsel finden in den Hauptfächern statt. Wegen schwankenden Schülerzahlen sparen wir teilweise Lektionen durch folgende Massnahmen ein:

  1. Regelunterricht: Zusammenlegungen in einzelnen Fächern und Lektionen bei kleinen Klassen oder Gruppen.
  2. Ateliers in zusammengelegten Klassen oder Gruppen mit speziellen Unterrichtsformen:
  • Übungslektionen innerhalb derselben Klassenstufe mit selbstverantwortetem Lernen in den Hauptfächern. Teamteaching mit IF Lehrkraft ist möglich.
  • Projektarbeiten innerhalb derselben Klassenstufe mit selbstständigem Arbeiten (NMM, übergeordnete Themen, Berufswahlthemen, Schlussarbeiten)
  • MSV, ILF: Stufenübergreifend
  • Wahlfächer: Stufenübergreifend

Umsetzung

Die Umsetzung unseres Unterrichtsmodell ist ein mehrjähriger Schulentwicklungsprozess während welchem die Lehrpersonen regelmässig, geschult, weitergebildet und gecoacht werden. Dieser Prozess ist im Schulprogramm verbindlich abgebildet und wird regelmässig von der Schulaufsicht kontrolliert.