Unterricht

In einer sich ständig und in schnellem Tempo entwickelnden Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten auch der Auftrag der Schule geändert. Es geht nicht mehr nur in erster Linie darum, den Kindern möglichst viel abrufbares Wissen mitzugeben. Zunehmend steht auch die Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten im Zentrum. Diese ermöglichen den Lernenden, sich Kenntnisse selbständig anzueignen, für sich zu nutzen und sich so in der Welt zu orientieren und ihren Weg zu finden.
Der in der Erarbeitungsphase stehende Lehrplan 21 wird sich noch stärker als der Lehrplan 95 an den oben genannten Kompetenzen orientieren.

Pädagogische Grundlagen
Das Modell des altersdurchmischten Lernens AdL ist ein aktuelles Lehr- und Lernverständnis mit einem kognitiv konstruktivistischen Ansatz. Das Kind macht in möglichst vielfältigen Kontexten und über verschiedene Zugänge neue Erfahrungen, verbindet diese mit seinem Vorwissen und den bisherigen Erfahrungen, kommt zu neuen Erkenntnissen und entwickelt so seine Vorstellungen und sein Wissen weiter. Für diesen Prozess werden die Kinder sorgfältig in verschiedene Lerntechniken eingeführt, die Grundsätze des eigenständigen und kooperativen Lernens werden in hohem Masse genutzt (Lernen voneinander und miteinander) und erweiterte, individualisierende Lernformen werden eingesetzt. Die Lehrperson stellt für den Unterricht geeignete Angebote zusammen, sie moderiert und organisiert den Schulalltag in einer sinnvollen und angebrachten Form und unterstützt die Kinder in ihren Lernprozessen.
Gemeinsame Rituale, Anlässe und Lager bilden ein Gefühl der Gemeinschaft und stärken das Sozialgefühl und gegenseitige Vertrauen. Die Kinder führen das Ideenbüro wo sie selbstständig für die Gemeinschaft Lösungen auf Fragen und Probleme finden.

Bildungsziele
Die Kinder werden nach den im Lehrplan des Kantons Bern definierten Zielen ihres Jahrgangs unterrichtet. Das Modell des altersdurchmischten Lernens bedingt aber eine Durchlässigkeit. Das heisst, dass die Kinder die Möglichkeit haben, ihrem individuellen Lernstand entsprechend auch höhere oder tiefere Ziele anstreben zu können. Für einzelne Inhalte oder Fächer können klassenübergreifende Lerngruppen gebildet werden.
Der Unterricht in der Mehrjahrgangsklasse fördert neben der Sachkompetenz in hohem Masse die Sozial- und die Selbstkompetenz des Kindes. Die Entwicklung dieser Kompetenzen wird von den Lehrkräften sorgfältig und individuell unterstützt und gefördert.
Die Kinder profitieren in mancher Hinsicht von der Arbeit in jahrgangsgemischten Klassen. Für sie ist Heterogenität eine Selbstverständlichkeit. Sie lernen von älteren und jüngeren, pflegen Kontakte über verschiedene Altersstufen und üben sich in Sozialkompetenz. Die Arbeit in dieser Form verlangt von den Kindern aber ein hohes Mass an Eigenverantwortung und Selbständigkeit. Diese Fähigkeiten sind Schlüsselkompetenzen für das spätere Berufsleben und müssen entsprechend gefördert werden.


Umsetzung
Die Umsetzung unseres Unterrichtsmodells ist ein mehrjähriger Schulentwicklungsprozess während welchem die Lehrpersonen regelmässig, geschult, weitergebildet und gecoacht werden. Dieser Prozess ist im Schulprogramm verbindlich abgebildet und wird regelmässig von der Schulaufsicht kontrolliert.